Kamele im Islam: Was sagt der Koran wirklich?
Eine beliebte Behauptung sagt, der Islam bewerte einen Mann mit 100 und eine Frau mit 50 Kamelen. Das vermischt zwei sehr verschiedene Dinge, und der Koran setzt keinem Menschen einen „Kamelpreis“.
Hier die sorgfältige Version.
Den Kamelrechner zum Spaß testen →Woher „100 Kamele“ kommt: Diya, kein Preisschild
Die Zahl 100 Kamele ist die Diya, das „Blutgeld“, die Entschädigung, die eine Familie für einen unrechtmäßigen Tod erhält. Ein dem Propheten Muhammad zugeschriebener Brief setzte die Diya für ein Leben auf 100 Kamele, mit Äquivalenten wie 200 Rindern oder 1.000 Golddinar.
Die klassische Rechtslehre setzte die Diya für eine Frau auf die Hälfte, daher stammt die „50 Kamele“-Idee. Es ist eine umstrittene Rechtsgröße, kein Marktwert eines Menschen.
Mahr: ein Geschenk an die Braut, kein Kauf
Zur Ehe im Islam gehört der Mahr, ein Geschenk des Bräutigams direkt an die Braut, das ihr Eigentum wird. Der Koran weist Männer an, Frauen ihre Brautgabe bereitwillig zu geben, und setzt keinen festen Betrag.
Entscheidend: Der Mahr wird an die Frau gezahlt, nicht für sie, das Gegenteil vom „Kaufen einer Frau“.
Häufige Fragen
Sagt der Koran, eine Frau sei 50 Kamele wert?
Nein. Der Koran setzt keinem Menschen einen Kamelwert. Die Zahlen „50/100 Kamele“ stammen aus der Diya, dem Blutgeld für einen Tod im islamischen Recht.
Was ist Mahr?
Ein verpflichtendes Ehegeschenk vom Bräutigam an die Braut, das ihr Eigentum wird. Der Koran legt keinen Betrag fest; er wird zwischen den Eheleuten vereinbart.
Warum gerade 100 Kamele?
Kamele waren im Arabien des 7. Jahrhunderts der wertvollste gängige Besitz. Die Diya konnte auch als 200 Rinder, 2.000 Schafe oder 1.000 Golddinar gezahlt werden.